„Trauerbewältigung“

 

Aus gegebenem Anlass habe ich dir hier einen Bericht über Trauerbewältigung verfasst. Da mich dieses Thema selbst und vor allem zum ersten Mal in meinem Leben betrifft, habe ich die 5 Phasen der Trauerbewältigung, die jeder Mensch durchlebt, notiert.

 

Früher oder später trifft es jeden. Mich hat es spät erwischt und so muss ich mich zum ersten Mal im Alter von 34 Jahren mit diesem traurigen Thema beschäftigen. Meine Großmutter ist letzten Samstag nach langer Krankheit verstorben. Ich versuche es aufgrund ihrer Situation als „Erlösung“ zu betrachten, doch es schmerzt mich sehr, wenn ich daran denke, dass ich sie niemals wiedersehen werde.

 

Psychologisch betrachtet gibt es nun 5 Trauerphasen, die die schweizerisch-amerikanische Psychologin Elisabeth Kübler-Ross entwickelt hat und die jeder Mensch durchleben sollte. Dabei ist zu beachten, dass „Trauer“ eine individuelle Geschichte ist. Es gibt also weder „Richtig“ noch „Falsch“. Ziel jedoch ist es, den seelischen Schmerz zu bewältigen.

 

„Ein altes Sprichwort besagt, dass erst einmal alle Feste vergangen sein müssen, bis man ohne Tränen wieder an einen geliebten verstorbenen Menschen denken kann.“

 

Man benötigt also vor allem Zeit, um den Verlust eines Menschen verarbeiten zu können. Die 5 Phasen können übrigens genauso gut bei einer Trennung durchlaufen werden!

 

  • Phase 1 – Leugnen – „Das kann einfach nicht wahr sein!“
  • Phase 2 – Zorn – „Warum passiert das ausgerechnet mir?“
  • Phase 3 – Verhandeln – „Was kann ich tun, um es wieder gut zu machen?“
  • Phase 4 – Depression – „Es gibt nichts, was ich tun kann!“
  • Phase 5 - Akzeptanz – „Ich schließe Frieden mit meinem Verlust.“

 

Die Psychologie besagt, dass man erst diese 5 Phasen durchlaufen haben muss, bevor man die Trauer und den Schmerz völlig bewältigt hat. Man kann es sich allerdings leichter machen, in dem man seine Gefühle zulässt und sich selbst nicht unter Druck setzt. Ich höre daher in erster Linie auf mein Herz!

 

Und es ist interessant, zu was es mich gebracht hat: Am Tag, wo ich die Nachricht erhalten habe, habe ich einen Spaziergang im Wald gemacht und begriffen, dass ich meine Oma um mich herum fühle, so als wäre sie tatsächlich endlich frei. Dieser Gedanke hat mich so gefreut, dass ich zusammen mit Mike spontan einen Nachmittag in einem wunderschönen Park verbracht habe, in dem justament ein Mittelalter Markt (Anmerkung: wir sind DIE Mittelalterfans) stattgefunden hat. Ich hatte dort viel Spaß und Freude und genoss die warmen Sonnenstrahlen und die fröhlichen Gesichter um mich herum. Vielleicht sieht ein anderer keine Verbindung zum Tod meiner Großmutter, aber mein Leben wurde an diesem Tag umso bunter und intensiver.

 

Danke dir, Oma. Ich hab‘ dich lieb!